
Der 18jährige Mozart hatte den Auftrag für den Münchner Karneval eine komische Oper zu schreiben, was ihm bravourös gelang. Nach diesem Anfangserfolg aber verschwand die Oper in ihrer italienischen Urfassung von der Bühne, bis weit ins 20. Jahrhundert spielte man nur entstellende Bearbeitungen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass in diesem Jugendwerk, einer scheinbar leichten Rokoko-Komödie, bereits der Kern von Mozarts ganzer dramatischer Kunst zu entdecken ist.
Ein versuchter Mord, von dessen Misslingen nur zwei Menschen wissen, setzt die Ereignisse in Gang. Mörder und Opfer sollen nun wieder zueinander finden. Das ist keine Kleinigkeit, beide müssen erst im Wald den Verstand verlieren, um neu beginnen zu können, und die Wünsche der anderen Charaktere gehen ganz anders in Erfüllung als erhofft. Mozart entwickelte schon hier ein eigenes Profil für sein Musiktheater: Er nahm alle psychischen Nöte seiner Figuren ernst und setzte wie nebenbei neue Maßstäbe für die musikalische Komödie.

La finta giardiniera
Dramma giocoso in drei Akten (1775)
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Ranieri de´Calzabigi
Musikalische Leitung René Jacobs
Inszenierung David Alden
Bühne Paul Steinberg
Kostüm Doey Lüthi
Licht Wolfgang Goebbel
Choreografie Beate Vollack
Don Anchise (Podestá di Lagonero) Jeffrey Francis
La Marchesa Violante (Sandrina) Sophie Karthäuser
Cintino Belfiore Topi Lehtipuu
Arminda Alexandrina Pendatchanska
Cavaliere Ramiro Marie-Claude Chappuis
Serpetta Sunhae Im
Roberto (Nardo) Michael Nagy
Orchester Freiburger Barockorchester